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Satan und Ischariot III

Satan und Ischariot III
Wieder im Westen
Im Todesthale
Ein Brudermord
Im Pueblo
Am weißen Felsen
Gerettete Millionen
Schluss
 
 

Wieder im Westen 

sind. Das ist alles. Uebrigens nehme ich an, daß sie Witwe ist. Eine der Indianerinnen hat einmal eine darauf bezügliche Aeußerung fallen lassen. Und ihr Mann scheint nicht von gewöhnlichem Stande gewesen zu ein.«
 
»Wohl gar ein Indianerhäuptling!«
 
Ich sagte das im Scherze, und sie lachte auch darüber; aber in demselben Augenblicke kam mir ein sehr ernster Gedanke, dem ich auch gleich Ausdruck gab:
 
»Habt Ihr schon früher einmal ein indianisches Dienstmädchen gesehen?«
 
»Nein.«
 
»Eine freie Indianerin wird sich niemals erniedrigen, einer Weißen häusliche Dienste zu erweisen. Es müssen hier ganz besondere Verhältnisse vorliegen. Ich kenne da einen Fall, daß eine Weiße einen Indianerhäuptling geheiratet hat. Ist die Dame da oben blond?«
 
»Nein, tiefschwarz. Ich halte sie für eine Jüdin.«
 
»Jüdin? Ah! Kennt Ihr ihren Vornamen?«
 
»Ja, es wurde einmal ein Brief gebracht und meiner Mulattin übergeben. Diese kann nicht lesen und brachte ihn mir. Ich sah die Adresse. Die Dame heißt Judith Silverhill.«
 
»Meine Ahnung, meine Ahnung! Silverhill ist zu Deutsch Silberberg, und so hieß die Jüdin, welche den Indianerhäuptling zum Manne nahm. Ich muß hinauf zu ihr!«
 
»Wie? Ihr kennt Sie?«
 
»Ja, wenn ich mich nicht ganz und gar irre. Das ist ein höchst interessanter Zufall, welcher mir wahrscheinlich von großem Nutzen sein wird. Madame, Ihr seid so lieb und freundlich zu mir gewesen; ich bitte, mir noch eine große, recht große Gunst zu erweisen!«
 
 
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